Thursday, 4 August 2011

Queenslands Part 2


Von Palmen Koalas und einem letzten Schlusswort...
Nach der Erkundung der ganzen Biodiversität  des Great Barier Reef und des tropischen Regenwaldes, wurde es nun langsam Zeit wieder gen Süden zu tingeln. Unter Europäischen Umständen würde man jetzt sagen: juhu, es geht in den Süden, Sommer, Sonne Sonnenstrahlen, aber unter Australischen Bedingungen bedeutet die Rückkehr nach Sydney momentan nur eins: Zurück in die Kälte. Aber bevor es so weit kommen sollte hab ich mit dem Greyhound Pass von Cairns nach Sydney, einige Zwischenstops eingelegt. Einige male ging es mit dem Nachtbus auf Größere Etappen um a) mehr vom Tag zu haben und b) mal wieder den Sparfuchs raushängen zu lassen und Hostels sparen.  Der erste Stop war Townsville, wo ich nachts um 5 mit den beiden Britinnen ankam um direkt die nächste Fähre nach Magnetic Island zu erwischen.  Da wir um halb 7 noch nicht im Hostel einchecken konnten, haben wir uns kurzerhand an den Strand gesetzt und noch mal nen Stündchen geschlafen. Ich bin echt so froh in den Wintermonaten hier zu reisen.
Es waren so wenig Touristen auf der Insel, herrlich. Es waren wahrscheinlich mehr Koalas als Touris hier, da die Insel eine der größten Koala Kolonien Australiens bildet. Und nicht nur beim Wandern hab ich diese putzigen Beuteltierchen  und ihre Verwandeten  die Wallabies, die die ganze Zeit Touristen mit um futter angebettelt haben, gesehen.  
Mein Hostel war dierekt neben einer Koalapflegestation. Und wer kann schon der Versuchung wiederstehen ein so putziges Tierchen auf dem Arm zu halten, wenn man dort die Chance dazu hat! Aber eins sei an dieser Stelle gesagt. Auch wenn die Koalas noch so kuschelig drein schauen, die habens faust dick hinter den Ohren. Erstens stinkt man noch 3 Tage nach dem man das Beuteltierchen gehalten hat nach Eukalyptus, zweitens haben die einen eigenartigen Eigengeruch, drittens die sind echt schwer und viertens die haben Krallen das glaubt man gar nicht! Koalas sind jetzt nun nicht die hellste Kerze auf der Torte, und glauben wahrscheinlich wenn man die auf dem Arm hat, dass die von einem Baum gehalten werden. Bewegt man sich nun nur milimeter, so denken die sich „oh der Baum bewegt sich, halt ich mich mal doller fest“ und schwups werden die Krallen tiefer in die Haut gebort. Jaja. In so fern war es wahrscheinlich gefaehrlicher den Koala zu halten, als das 3 Jahre alte Salzwasserkrokodil( Was mir technisch gesehen schon den Finger haette abbeissen koennen...)
Von Magnetic Islands Madness ging es dann weiter nach Airlie Beach, dem Tor zu den Whitsunday Islands und die wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.  74 Inseln die in einem tropischen Licht erstrahlen. Mensch, wenn ich mich hier selber höre, komme ich mir so vor als würde ich hier dafür bezahlt Werbung zu machen. Auf einer Tagestour ging es dort zur wahrscheinlich meist fotografierten dieser Formation, zur Whitsunnday Insel. Zunächst gab es einen kleinen Zwischenstop zum Schnorcheln. Dort musste ich leider feststellen, dass alle außer mir und ner Kanadierin nen Neoprenanzug hatten...alles Warmduscher! Zugegeben, es war nicht gerade warm, aber ich hab schon schlimmeres erlebt. Mit dem Speedboot  ging es dann weiter zum Whitehaven Strand, einem Strand der niemals heißt wird. Hier ist der Sand zu 100 5 aus Silica und absorbiert kein bisschen Sonnenlicht und rein weiß. Was mich aber fast ( nur fast) noch mehr fasziniert hat, waren die kleinen blauen Soldiercrabs.  Erst dachte ich ich haluziniere und der Strand bewegt sich, da millionen von Krebesen den Strand auf und ab patrolierten. Wenn man zu nah kam, fingen die an zu spurten als ging es drum ne 100m Rekord auf zustellen und dann haben die sich innerhalb 1,2 Sekunden eingebudelt und weg waren die!
Am Abend ging es dann wieder in den Greyhound. Nächster Halt Rockhampton. Warum ausgerechnet Rockhampton? Weil ich meine Reise von Airlie Beach nach Noosa, was 14 Stunden  gedauert hätte, in zwei Teilen wollte. Fast jeder Tourist hat kein Interesse an einem Stop im 30 km von der Küste gelegenem Rockhampton und wie ich fest stellen musste, zu Recht. In Rockhampton gibt es nichts, aber auch gar nichts. Allerdings hatte ich mal wieder Glück. Ein Shuttelbus, von einem 30km entferntem Hostel am Strand hatte ein Deal mit Greyhound und somit konnte ich einen Tag in nem Hostel verbringen, bis ich am Abend den nächsten Nachtbus nach Noosa nehmen wollte. Als mir dann der Hostelbesitzer noch von nem Rodeo am Abend in Rockhampton erzahlt hat, war der Tag gerettet.  Bevor ich dann von 9 Uhr abends bis halb 3 am Morgen auf den nächsten Greyhound warten musste, konnte ich wenigstens ein bisschen  Zeit beim Rodeo verbringen.  Aber da ich die Nacht zuvor auch schon im Bus verbracht hatte, hatte ich das Gefühl mein Gehirn  war auf Lehrlauf programiert. Die nächsten 5 Stunden waren echt eine Tortour! Wer erfahren will wie ich mich gefühlt hab, setzt euch einfach mal um Mitternacht an eine kalte Autobahn-Raststäte und versucht wach zu bleiben…ich konnte nicht mal lesen so müde war ich. Da mir dank Müdigkeit und dem Australischen Verständnis davon wie hoch eine Klimaanlage eingestellt sein sollte echt kalt war, war das einzige was mich wach gehalten hat, war der Handtrockner im Damenklo. Klingt komisch, ist aber so. Immer wieder hab ich mich einfach unter den Föhn gestellt um wieder ein bisschen Wärme in meine Arme zu bekommen. Aber ich war trotzdem froh um den Zwischenstopp in Rockhampton und es war eine gute Herausforderung.  Von hier gings also nach Noosa, wo ich zwei Tage einfach mal nur am Strand gelegen und mich im Surfen versucht habe. Aber so wie ich gesurft hab, wenn man das überhaupt so nennen kann, hätte einem jedem Surfer  Tränen in die Augen getrieben.  Erstens war mein Board nen Witz, da es echt krumm und schief war( aber gut was erwartet man auch wenn man es umsonst vom Hostel bekommt). Sogar ein Surflehrer der mit ner Gruppe am üben war, hat seinem Kollegen zugerufen der soll sich mal mein Board anschauen wenn er was Lustiges sehen will. Hey, ich bin hier nicht als Entertainer! Lacht über eurer eigenen Surfboards.
Von Noosas Surfer-feeling ging es dann weiter nach Brisbane. Und meine erste Tat in Brisbane, war mal wieder Verwirrung zu stiften, denn wenn ich eins kann, dann ist es verwirrt sein.  Als ich vom Greyhound kam und schnurr stracks zu nem Hostelbus gegangen bin ( da mir am Abend vorher als ich ein Hostel per telefon gebucht hatte gesagt wurde ich würde abgeholt) war ich 100% sicher es handel sich um Hostel A. Der Busfahrer blieb aber wehement bei dem Argument Hostel A hätte keinen Bus, aber Hostel B schon, ich hätte also bei Hostel B gebucht. Wie dem auch sei, es schien als hätte ich tatsäschlich beim teuren Hostel angerufen ohne es zu merken. Da ich nun „canceln“ wollte, haben die  mir aber 50% Rabat gegeben…Hach was schön, Verwirrung stiften lohnt sich! In Brisbane hab ich dann endlich mal wieder Kunst und Kultur mitgenommen. Im GoMa( Gallery of Modern Art) war zur Zeit eine Auststellung über Surrealismus, also genau mein Ding!
Von Brisbane ging es dann zu meinem letzten Zwischenstop vor Sydney. Vom fast westlichsten Punkt Australiens an der Westküste in Monkey Mia, hatte ich nun den Östlichsten Punkt des Australischen Festlandes erreicht: Byron Bay.  In dieser kleinen Hippi Stadt, hab ich ein letztes Mal Sonne getankt und von den Felsen am Leuchtturm, die Buckelwale, die gen Norden wandern, beobachtet. Die Biester springen tatsächlich! Da bezahlt man sonst für Whalewatching Touren ein Heidengeld und hier bekommt man umsonst zu sehen, wie die sich aus dem Wasser schmeißen. Coole Sache. Allerdings sah ich mit meiner kleinen Kodak Kamera, neben 3 professionellen Fotografen, mit mindestens nem guten halben Meter Objektiv echt armselig aus.  Mit den Fotografen kam ich aber schnell ins Gespräch und das ist so eine Sache die ich am Reisen vermissen werde. Ich habe so viele unglaubliche Menschen kennen gelernt und das Gefühl ein bisschen was von jedem gelernt zu haben.

 Nun sitzte ich hier bei einer Freundin in Sydney und es hat sich wirklisch schon ein bisschen angefühlt wie nach Hause zu kommen.  Von den abgelegensten Gebieten Australiens zurück zur größten Stadt. Nach 7 Tagen Zugreise, 2 Wochen im Campervan, 4 Nächten im Greyhound, einer Nacht am Flughafen und 3 Wochen in Hosteln hab ich x km zurück gelegt. Es war eine unglaubliche Erfahrung den Australischen Kontinet zu bereisen und ich muss zu geben ich bin schon ein bisschen stolz. Und das Reisen allein war eine ebenso gute erfahrung wie das Reisen an sich. Und wer will schon Kavier beim Reisen, wenn  es doch sowas wie Fertignudeln gibt. Da die Hauptnahrungsmittel eines Backpacers halt nur Reis, Nudeln, Haferschleim und Tost sind, freu ich mich nun auf ein deftiges deutsches Mahl. Ich glaube die Palmen und die Papageien, die mich jeden morgen geweckt haben, werde ich schon vermissen, aber wie sagt dann doch so schön. Zu Hause ist doch am schönsten. See you soon my friends, fare ware Australia!
































Tropical Queensland Part 1

Findet Nemo“  oder „Ich bin ein Star holt mich hier raus“ 
 ... ich bin ein Nemo, findet mich hier raus!
Man glaubt es kaum, aber selbst wenn man so verpeilt ist wie ich, kommt man ein knappes halbes Jahr allein zurecht. In Queensland hat sich mal wieder bewiesen, dass ich anscheinend mehr Glueck als Verstand hab. Alles fing damit an, dass ich mal wieder mein Reisebudget zurecht stutzen wollte, indem ich mir in der Nacht vor meinem Flug von Darwin nach Cairns eine Nacht im Hostel spare und am Flughafen schlafe. Die Idee hatten noch zig andere Backpacker und der so sah Darwin Airport eher aus wie ein illegales Asyllager, da ein Backpacker neben dem anderen lag.  Leider hab ich mir bei der Aktion nen Husten eingefangen, oder vielleicht auch nur nen Frosch im Hals, aber ich hatte schon ein bissl Bammel ich könnte meinen Tauchgang im Great Barrier Reef nicht antreten.  Aber alles im Lot auf’m Boot und ich hatte nur ein bisschen mehr Probleme als üblich meinen Druckausgleich zu machen. Vielleicht werde ich auch einfach nur alt. Da ich mich so aufs Reef gefreut hab, wollte ich mir die Chance unter Wasser genauso viele Fotos wie über Wasser zu machen, nicht entgehen lassen und hab mir für einen Tag ne relativ gute digitale Unterwasserkamera ausgeliehen…und das hat sich auch gelohnt, bei den ganzen bunten Fischen. Im Vergleich zum Ningaloo Reef an der Westküste war das Barrier Reef wirklich um einiges Farbenfroher. Es ist wahrscheinlich wahr, dass viele sagen es sei nicht mehr ganz so bunt und man sieht dass es dank klimawandel und Touristen langsam abstirbt, aber ich fand‘s immer noch unglaublich. Unglaublich fand ich auch dass unsere Tauch-Lehrer uns unter Wasser signalisierten wir sollten eine Überdimensionierte Muschel anfassen, damit ein professioneller Fotograph nen Schnappschuss machen konnte und somit später an uns verhöhkern konnte. A) wollte ich das nicht weil ich dachte die Muschel beißt mir meine Hand ab, da man sehen konnte wie die auf und zu ging und B) wollte ich zumindest ein reines Gewissen haben und mich nicht unnötig am Tod des Riffs beteiligt sein. C) Hab ich schon gesagt, dass ich meine Hand nicht an die Muschel opfern wollte. Wie dem auch sei, ein unglaublich tolles Reef. Was an offiziellen Touren auch immer unglaublich ist, ist das Essen. Da ich mich in den letzten Wochen nur von Reis, Nudeln und Toast ernährt habe, war das Buffet mit gegrilltem Fisch und Fleisch die Wucht.


Aber um noch mal auf meinen Schusel zurück zukommen.  Im Zug von Alice nach Darwin hatte ich zwei Britinen kennengelernt, die nun auch in Cairns waren. Da wir Menschen ja Rudeltiere sind, haben wir beschlossen ein Stück zusammen zu reisen und für 3 Tage ein Auto zu mieten  und in den Regenwald zu fahren. Dieser „Mietwagen“ sah aber eher aus wie ein Gebrauchtwagen, den selbst bei Ebay niemand haben will, war daher dann dementsprechend billig. Noch billiger wurde die Aktion, da wir 3 am Abend vor der Fahrt noch mal in ne Bar gegangen sind, wo wir einfach mal eben so 100$ in ner Trivia Raterunde gewonnen haben. Dank meines Ratevermögens und der Antwort auf die Frage „ wer ist der größte Spielzeughersteller Weltweit?“ ( na, wer weis es…rööööchtig, McDonnalds), dem Biostudium und dem Wissen über den Nutzen von Steinen im Krokodil-Magen, sowie dem Musikwissen der Britinnen, die den Geburtsnamen von Elvis kannten, haben wir mit 3 Punkten vorsprungen gewonnen. Yay. Also mal eben fast die Reisekosten ans Cape Tribulation finanziert.
Wer noch nicht die Ehre hatte, die Touristen überflutete Ostküste Australiens zu bereisen, dem  erkläre ich ganz kurz in einem Wort worum es sich handelt. Regenwald.  Hier reicht der Jungel  bis an den Strand und bietet dem seltenen, vom aussterben betroten Cassowarie Vogel ein Zuhause, die  im Reiseführer für ihre Exkremente verehrt werden. Ohne den Cassowarie würden eine Vielzahl von Früchten und Samen nicht im Wald verteilt und der Regenwald  wäre somit  vielleicht nur  Regen, ohne Wald. Nachteil an der Sache; Angeblich können die Tierchen wohl auch mal gefährlich werden. 
Gut  dass wir beim Wandern dann einer Cassowari Mami mit zwei Küken über den Weg gelaufen sind, ist ja nicht so als wären Muttertiere oft am aggressivsten…  Die Gute hat uns aber ignoriert und wollte Schnurrstracks mit den Küken, die schon größer waren als ich, wieder in den Wald. Die scheint nicht so Wild drauf zu sein Topmodel zu werden und hat nicht mal für ein Foto posiert. Aber wer weis welches Topmodel nächstes Jahr hier in den Jungel  ins Jungelcamp kommt, denn hier irgendwo im Regenwald  wird  „Ich bin ein Star holt mich hier raus gedreht“. 
Unser Camp war aber 10 mal cooler als das der Stars und bestand aus überdiemensionierten  Zelten mit Hostelbetten.  Dank der nicht vorhandenen Sound-isolierung, konnten wir die ganze Nacht über nachtaktive Vögel hören. Das war fast lauter als neben ner Autobahn einzuschlafen. Aber jetzt kommt wieder meine Verstreutheit ins Spiel.  Im Regenwaldhostel hab ich mein Handy vergessen, da ich es immer als Wecker neben dem Bett hatte. Zum Glück war das Hostel so freundlich mir das Handy nach Sydney zu schicken, aber bis dahin sollte ich ohne Handy zurecht kommen. Wäre nicht weiter schlimm gewesen, da ich hier in Australien ehe nirgendswo Handy Empfang habe, aber da ich keine Uhr besitze, war somit meine einzige Zeitqulle verschwunden. Wenn ich also mal früh aufstehen musste, musste ich immer andere Menschen in meinem Zimmer bitten mich zu wecken oder nen Wecker zu stellen. Meistens hat mich aber mein SCA ( für die Bio-klugscheisser unter uns: Supra Chiasmatischer Nucleus, für die Nicht-Bios meine Innere Uhr) meist vor dem Wecker wach gehalten.