Sunday, 20 March 2011

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg- There is no such thing as no way

Da will man einmal nen Wochenende in Australien wandern gehen und dann regnet es. Samstagmorgen 5:30 Uhr, der Wecker klingelt. Allerdings wär ich auch ohne wach gewesen, da der Regen so laut an mein Fenster prasselte, dass jeder Halbtaube davon aufgewacht waere. Ich hatte mich für ein Navigationstraining und Bushwalking Weekend in den Bluemountains  von nem Uni-Club angemeldet.  2 Tage Querfeldein wandern, mit Kompass und Karte den Weg finden, unter einem Überstehenden Felsen/Höhle schlafen und einfach mal tough sein;) 
Nach 2 Stunden Autofahrt kamen wir um 9 Uhr am Sammelplatz in  nem  weit außerhalb liegenden Bahnhofsstation in Bell, in den Bluemountains an.  Damit wir alle auf dem gleichen Stand waren, gabs zunaechst eine  kurzen Einführung, in der uns die Prinzipien der Topographischen Kartenleserei und die Kunststückchen des Kompass erklärt wurden (Scheinent so, als  hatte ich in Erdkunde nicht gut genug aufgepasst, denn ich hatte keine Ahnung, dass sich der magnetische Norden um 12° vom Norden auf der Karten unterscheidet, da ersteres in Kanada liegt  und zweiteres halt am Nordpol. Wenn man das beim Wandern nicht berücksichtigt, dann wandert man halt nach Kanada). Zum Glück hatte der Regen weitestgehend  aufgehört und nur ein leichter Neben hing über den Bergen, was sich eigentlich viel idealer erwiesen hatte als 30° Hitze, da der Rucksack schwer genug war.  Es ist unglaublich, wie viel Zeug einige mit sich rum geschleppt haben. Zum Mittagessen sind wir auf eine Felsformation mit 180° Rundumblick geklettert und haben dort halt gemacht. Einige haben ihre Marmeladen Gläser oder Tunfischdöschen raus geholt und Tomaten klein geschnippelt um Brote zu belegen. Mein Mittagessen hingegen ist etwas weniger gourmetvoll ausgefallen. Da  kauft man, in der Absicht was lange Haltbaresen mit sich zu nehmen, eingeschweißtes Pitabrot  und dann ist das doch ernstahaft verschimmelt..pff, wo sind wir denn hier. Also gibbes erstmal nur Müsliriegel zu Mittag.

 
Zeit zum Mittagessen, mit 360 grad rundumblick

 Nach der Stärkung gings auch erst richtig rund. In Australien ist ein Wanderprinzip immer den Bergwipfeln (spurs) zu folgen und nicht den Tälern( gullies). Als wir dann das erste Tal durchqueren mussten, wurde schnell klar warum. Erstens gestaltete sich der Abstieg als schwierig und ¾ der Leute legten große Strecken auf ihrem Allerwertesten zurück, sodass sie aussahen als wollten sie nen Schlambad genießen. Im Tal war die Vegetation so wanderunfreundlich, dass man nur noch Zweige im Gesicht hatte und  uns zwar das Wasser nicht bis zum Hals stand, aber die Füße jedes  Mal in den Sumpfen pitschnass wurden. Zum Glück blieben uns die Blutegel erspart. Dafür gabs an einem Berganstieg ne supergiftige Schlage unter nem Stein.  Unser Gruppenführer riet uns daher einen Bogen von nem guten Meter Abstand um den Stein zu gehen. Ein Mädel hinter mir, die der englischen Sprache nicht ganz so mächtig war, hats aber nicht gecheckt, oder war einfach nur lebensmüde, und ist einfach stumpf weiter gerade ausgegangen und nur wenige Zentimeter vor der Schlange stehe geblieben, weil alle auf sie einschrieen.. aber Ende gut alles gut, angeblich hätte die Schlange bei der Kälte ehe nur träge reagiert.
Viel Aufregender und schöner fand ich aber eine andere Situation als es wieder mal bergauf ging und meine Beine von den vielen Kratzern der Büsche, die unentwegt gegen meine Schienbeine peitschen, schmerzten. Plötzlich kreuzte eine Oposum-Mama mit Zwillingen auf dem Rücken unseren Weg. Äußerst ungewöhnlich wenn man bedenkt wie Nachtaktiv die sind. Die Zwillinge waren anscheinend zu schwer und so balancierte sie sich mühsam über den dünnen Ast und wirkte dabei fast betrunken. Von da trugen uns die Beine dann schnell zum Krater, wo wir unter einer überstehenden Felsformation unser Nachtlager aufschlugen. Da alle Hunger hatten und gerade weder McDonalds noch Zivilisation in der Nähe waren, wurde auf nem brutzelndem Lagerfeuer Fertig Nudeln und so Allerlei Zeugs gekocht.  Die ganz toughen ( so wie ich, hust hust) haben dann ohne Zelt unter dem Überhang geschlafen; allerdings lag ich so schräg, dass ich alle 5 min wach wurde weil ich bergabrollte oder meine Arme eingeschlafen waren.
 




















Am Nächsten Mogen gings dann weiter, leider erstmal wieder Bergab ins Tal. Nach dem wir uns ine viertel Stunde durch dichtes Pteridophten Gewächs, in anderen Worten durch einen Fan-Djungel, geschlagen hatten kamen wir an einen kleinen Fluss.Da gings direkt 10 Meter entland des  Bachbettes, sodass von da an, die Füße nass waren. Aber das Wasser war eine wirklich angenehme Abkühlung an den Stinkemauken und die Kratzer an den Beinen freuten sich über bissl Kühlung. In dem Zusammenhang gestalte ich mir ne Mentale Erinnerung, dass ich  beim nächsten Bushwalking ne Lange Hose anziehe, denn die australischen Pflänzchen sind hinterhältig und krazen.  Dafür  roch der ganze Wald frisch und nach Eukalyptus.   Zwar war am zweiten Tag der Regen häufiger, aber eigentlich wars mir egal. Das ganze war so eine tolle Erfahrung, sich selbst zu überwinden, Berge mit dem Rucksack hoch und runter zu krakseln und ner guten Gruppendynamik zu unterliegen, dass der Regen echt wurscht war.



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