Wo fange ich nur an wenn ich mene Reise zur Westkueste Australien beschreiben will?! Viellecht in dem ich ein paar zahlen in den Raum werfe. 1 Minicamper, 2 Wochen, 3 Maedels, 4 von uns überfahrenen Vögel ( davon ein Kakadu), 5 Buckelwal im Mehr, 10 Emus am Land, 35 lebendige Kangaroos am Strassenrand, 46 ueberfahrene mehr oder weniger auf der Strasse und 4072 km von Perth uber Exmouth im Norden und Denmark im Sueden…30 $ pro campingplatz, 100 $ pro Tankfuellung aber eine Reise die preislos war. West Australien scheint wie ein unentdeckter Rohdiamant, der noch im Gegensatz zur vielbereisten Ostkueste teilweise menschenlehre Gebiete birgt und outback feeling pur aufkommen laesst. Bevor ich aber nun mit der Beschreibung der weiten Horizonte, der vor Hitze flimmernden Straßen, den sternenklaren und kalten Nächten und der unglaublichen Fauna und Flora beginne, fange ich zunächst mit ein ein paar Anekdoten und Missgeschicken an.
![]()
Nach 3 Tagen im Zug kam ich endlich in Perth an und musste zunaechst eine schreckliche Nacht in dem schlechtesten Hostel Australiens überleben. Man weis, dass das Hostel keine 3 Sterne verdient, wenn Kakerlaken Katzen in die Flucht treiben, die Tür zum Schlafsaal nicht verschliesbar ist, die anderen Zimmergäste Töpfe mit Kartofelbrei im Zimmer lagern und Betrunkene die ganze Nacht im Flur grölen. Da ist das Hostel in dem ich jetzt gerade sitze Meilen von entfernt und echt wohnlich. Nach 2 wochen im Exil und 2 unglaublichen kalten letzten Nächten, scheint Zivilisation wunderbar. Nichts desto trotz vermisse ich unseren Camper. Ich nehme mal an, dass wir 3 Mädels jedes nur mögliche cliché bestaetigt haben. Da ich nie zu vor im Linksverkehr Auto gefahren bin, waren die ersten Stunden echt komisch. An jeder Kreuzung hab ich erstmal demonstrativ die Scheibenwischer eingeschaltet ( wer braucht schon blinker..) Das Problem lag an der spiegelverkehrten Anordnung der Hebel am Lenkrad und dass der Schaltknueppel links war, hat das Schalten anfänglich auch nicht einfacher gemacht. Für Aussenstehende war iche wahrscheinlich nur die Frau am Steuer ungeheuer. Nun gut, als wir dann noerdlich von Perth in die entlegenen Gebiete kamen und ich in nem Nationalpark feststellen musste, dass unsere Tankanzeige bereits auf Reserve war, hat meine Gesichtszuege wohl etwas entgleiten lassen. 70 km ohne Tankstelle in Sicht sind eine echte Nervenprobe. Ein weiteres gutes Indiz fuer Maedels im Bulli ist wahrscheinlich wenn man Makeup im Motor findet. Bei unserer allmorgentlich vorgeschriebenen Routineuntersuchung von Öl und Kühlwasser haben wir doch tatsaechlich Make-up im Motor gefunden; zu unserer Rechtfertigung, der Motor war unter den Sitzten und somit konnten verschiedene Objekte einfach mal unter den Sitzt rutschen...
![]()
Neben diesen kleinen Faux-pas haben wir unendlich lange, niemalds endende Straßen befahren und dabei tote Kangaroos am Strassenrand gezaehlt. ( Deswegen waren wir auch vorsichtshalber gegen Kangaroo- und Emu Unfaelle versichert). Im Endeffekt gabs mehr tote als lebendige Kangaroos und einige male musste ich echt in die Bremsen hauen. Da diese niedlichen, kleinen Hoppeltierchen Nachts und in der Daemerung am aktivsten durch die Wueste hüpfen, sind wir auch nie Nachts gefahren. Dank der Abgelegenheit waren Nachts die grösten Entertainmentquellen die Milchstrasse und der sternenklare Himmel und ein paar kleinen Insekten. Nach 4Tagen mussten wir feststellen, dass Annettes Decke vom Autoverleih Bedbugs hatte und sie innerhalb von einer Nacht knapp 40 Bisse abbekommen hat. 3 Tage spaeter hatten sich die Biester auch mit meinem Schlafsack angefreundet und im Gegensatz zu Annettes Gesicht meine Beine befallen. Und ich muss sagen, es juckt wie Hölle...
Neben bedbugs gab es einige andere Tierische Überaschungen. Eines Nachts, als ich mich verschlafenerweise vom Bulli zu den Campingplatz toiletten geschleppt hab, hab ich fast nen Herzinfarkt erlitten, da ich fast in eine Redback-Spinne gefasst hatte, die sich zwischen Klo und Tuergriff ein anschauliches Netz gebaut hatte. Und die Redbacks gehören zu den gemeinsten Spinnen Australiens! Zum Glück waren aber die meisten anderen Tiere einiges schöner als diese fiesen Atrophoda!
In Monkey Mia, einem kleinem Reservat im Weltkulturerbe dem Sharkbay kamen wir wilden Delfinen näher. Jeden Morgen kommen diese nämlich an den Strand um von ein paar Trainern ein paar Fische abzubekommen. Da lohnt sich das frühe Aufstehen. Nie zu vor war ich 2 meter von einem Delfin entfernt, der mich neugirig aus den Augenwinkeln beobachtet. Hin und wieder haben ein paar Meeresschildkroeten ihre Koepfe aus dem Wasser gestreckt und den Morgen perfektioniert.
![]()
Am naechsten Tag, 600 km noerdlich in Coral Bay gings dann an den Strand, der einer Raffaelo Werbung haette enspringen koennen. Ich habe eigentlich nur auf eine Frau mit einem riesigen weisen Hut gewartet, die dann Raffaelo anpreisen wollte. Statt dessen sind wir ins unendlich blaue Meer gewartet und im Flachen Kustenbereich schnorcheln gegangen und haben die bunten Fische beobachtet. Aber es geht noch besser. Mein persoenliches High Light lag noch vor mir, in Exmouth am Ningalo Reef. Dank meines Imax Jobs konnte ich mir eine Tour leistet von der ich sonst nur haette traumen koennen. Am Samstag, dem einzigen Stuermischen Tag, hatte ich meine Schwimm-mit-den-walhaien-tour. Nach einem wunderschoenen morgen schnorchelversuch( mit schildkroeten etc.) musste die tour gecancelt werden, da unsere Flugzeuge, die die Haie sichten sollten, nicht starten konnten...boa ich wa so entauscht, und in gedanken bin ich durchgeange was ich mit dem geld haette machen koennen. 800kg apfel in sydney, 7 mal Kamelreiten, 300 Toastbrote oder 5 stunden Lasertag...aber zum Glück durfte ich am nächsten Tag die Tour wiederholen, was sich als Glückstreffer erwiesen hat. Am Morgen hatten wir wieder eine eingewöhnungs Stunde im Reef, wo ein Tauchlehrer auf einmal schrie" hai!". Ich war so in Panik, dass ich überhaupt nicht hingeguckt hab. Ich hab überhört, dass es sich um einen harmlosen Reef-Shark gehandelt hat, der sich unserer Gruppe genaeher hat und anscheinend wunderbar aussah..aber die eigentliche Attraktion lag noch vor uns. Dafuer hatte ich mein "Hai-Light" noch vor mir und eine Stunde spaeter die unglaubliche Erfahrung mit einem echten 5 meter langen Walhai schwimmen zu können. Plötzlich ging alles ganz schnell; der Skiper gab das Signal, dass der harmlose Planktonfresser gesichtet wurde und wir hüpften ins Wasser. Mein Puls raste und meine Adrenalin und Dopaminwerte hätten wahrscheinlich einem jeden Messgeraet den Garaus gemacht und ich hatte eine Gänsehaut ( und das nicht weils zu kalt war). Es war so ein unglaublich erhabenes Gefühl den Hai so nah zu sein, einfach unglaublich. Alles in allem ein unglaublicher Urlaub an der Westküste!!!! Und nun gehts ab ins Outback...auf auf zu neuen Abenteuern!



![]()



![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()

![]()

![]()
![]()
![]()
![]()