Findet Nemo“ oder „Ich bin ein Star holt mich hier raus“
... ich bin ein Nemo, findet mich hier raus!

Man glaubt es kaum, aber selbst wenn man so verpeilt ist wie ich, kommt man ein knappes halbes Jahr allein zurecht. In Queensland hat sich mal wieder bewiesen, dass ich anscheinend mehr Glueck als Verstand hab. Alles fing damit an, dass ich mal wieder mein Reisebudget zurecht stutzen wollte, indem ich mir in der Nacht vor meinem Flug von Darwin nach Cairns eine Nacht im Hostel spare und am Flughafen schlafe. Die Idee hatten noch zig andere Backpacker und der so sah Darwin Airport eher aus wie ein illegales Asyllager, da ein Backpacker neben dem anderen lag. Leider hab ich mir bei der Aktion nen Husten eingefangen, oder vielleicht auch nur nen Frosch im Hals, aber ich hatte schon ein bissl Bammel ich könnte meinen Tauchgang im Great Barrier Reef nicht antreten. Aber alles im Lot auf’m Boot und ich hatte nur ein bisschen mehr Probleme als üblich meinen Druckausgleich zu machen. Vielleicht werde ich auch einfach nur alt. Da ich mich so aufs Reef gefreut hab, wollte ich mir die Chance unter Wasser genauso viele Fotos wie über Wasser zu machen, nicht entgehen lassen und hab mir für einen Tag ne relativ gute digitale Unterwasserkamera ausgeliehen…und das hat sich auch gelohnt, bei den ganzen bunten Fischen. Im Vergleich zum Ningaloo Reef an der Westküste war das Barrier Reef wirklich um einiges Farbenfroher. Es ist wahrscheinlich wahr, dass viele sagen es sei nicht mehr ganz so bunt und man sieht dass es dank klimawandel und Touristen langsam abstirbt, aber ich fand‘s immer noch unglaublich. Unglaublich fand ich auch dass unsere Tauch-Lehrer uns unter Wasser signalisierten wir sollten eine Überdimensionierte Muschel anfassen, damit ein professioneller Fotograph nen Schnappschuss machen konnte und somit später an uns verhöhkern konnte. A) wollte ich das nicht weil ich dachte die Muschel beißt mir meine Hand ab, da man sehen konnte wie die auf und zu ging und B) wollte ich zumindest ein reines Gewissen haben und mich nicht unnötig am Tod des Riffs beteiligt sein. C) Hab ich schon gesagt, dass ich meine Hand nicht an die Muschel opfern wollte. Wie dem auch sei, ein unglaublich tolles Reef. Was an offiziellen Touren auch immer unglaublich ist, ist das Essen. Da ich mich in den letzten Wochen nur von Reis, Nudeln und Toast ernährt habe, war das Buffet mit gegrilltem Fisch und Fleisch die Wucht.


Aber um noch mal auf meinen Schusel zurück zukommen. Im Zug von Alice nach Darwin hatte ich zwei Britinen kennengelernt, die nun auch in Cairns waren. Da wir Menschen ja Rudeltiere sind, haben wir beschlossen ein Stück zusammen zu reisen und für 3 Tage ein Auto zu mieten und in den Regenwald zu fahren. Dieser „Mietwagen“ sah aber eher aus wie ein Gebrauchtwagen, den selbst bei Ebay niemand haben will, war daher dann dementsprechend billig. Noch billiger wurde die Aktion, da wir 3 am Abend vor der Fahrt noch mal in ne Bar gegangen sind, wo wir einfach mal eben so 100$ in ner Trivia Raterunde gewonnen haben. Dank meines Ratevermögens und der Antwort auf die Frage „ wer ist der größte Spielzeughersteller Weltweit?“ ( na, wer weis es…rööööchtig, McDonnalds), dem Biostudium und dem Wissen über den Nutzen von Steinen im Krokodil-Magen, sowie dem Musikwissen der Britinnen, die den Geburtsnamen von Elvis kannten, haben wir mit 3 Punkten vorsprungen gewonnen. Yay. Also mal eben fast die Reisekosten ans Cape Tribulation finanziert. 
Wer noch nicht die Ehre hatte, die Touristen überflutete Ostküste Australiens zu bereisen, dem erkläre ich ganz kurz in einem Wort worum es sich handelt. Regenwald. Hier reicht der Jungel bis an den Strand und bietet dem seltenen, vom aussterben betroten Cassowarie Vogel ein Zuhause, die im Reiseführer für ihre Exkremente verehrt werden. Ohne den Cassowarie würden eine Vielzahl von Früchten und Samen nicht im Wald verteilt und der Regenwald wäre somit vielleicht nur Regen, ohne Wald. Nachteil an der Sache; Angeblich können die Tierchen wohl auch mal gefährlich werden.
Gut dass wir beim Wandern dann einer Cassowari Mami mit zwei Küken über den Weg gelaufen sind, ist ja nicht so als wären Muttertiere oft am aggressivsten… Die Gute hat uns aber ignoriert und wollte Schnurrstracks mit den Küken, die schon größer waren als ich, wieder in den Wald. Die scheint nicht so Wild drauf zu sein Topmodel zu werden und hat nicht mal für ein Foto posiert. Aber wer weis welches Topmodel nächstes Jahr hier in den Jungel ins Jungelcamp kommt, denn hier irgendwo im Regenwald wird „Ich bin ein Star holt mich hier raus gedreht“. 
Unser Camp war aber 10 mal cooler als das der Stars und bestand aus überdiemensionierten Zelten mit Hostelbetten. Dank der nicht vorhandenen Sound-isolierung, konnten wir die ganze Nacht über nachtaktive Vögel hören. Das war fast lauter als neben ner Autobahn einzuschlafen. Aber jetzt kommt wieder meine Verstreutheit ins Spiel. Im Regenwaldhostel hab ich mein Handy vergessen, da ich es immer als Wecker neben dem Bett hatte. Zum Glück war das Hostel so freundlich mir das Handy nach Sydney zu schicken, aber bis dahin sollte ich ohne Handy zurecht kommen. Wäre nicht weiter schlimm gewesen, da ich hier in Australien ehe nirgendswo Handy Empfang habe, aber da ich keine Uhr besitze, war somit meine einzige Zeitqulle verschwunden. Wenn ich also mal früh aufstehen musste, musste ich immer andere Menschen in meinem Zimmer bitten mich zu wecken oder nen Wecker zu stellen. Meistens hat mich aber mein SCA ( für die Bio-klugscheisser unter uns: Supra Chiasmatischer Nucleus, für die Nicht-Bios meine Innere Uhr) meist vor dem Wecker wach gehalten.



























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